Sichtbarkeit & Traffic – zwei verschiedene Paar Schuhe?

Von 18. März 2019Allgemein

Die Internetworld 2019 ist rum – wir haben uns natürlich auch dort herumgetrieben. Wobei das „natürlich“ gar nicht so verständlich ist, auf den ersten Blick. Als Onlineagentur mit Schwerpunkt  Webseiten stellt eine E-Commerce-Messe nun nicht unbedingt die sinnvollste Adresse zum Thema Weiterbildung und Know-How-Verbesserung dar. E-Commerce, besser bekannt als Onlinehandel, hat landläufig nur eine Prämisse: über das Medium Computer Produkte und Leistungen direkt an die Frau oder den Mann zu bringen. Daher strotzt eine der Leitmessen der Branche vor Innovationen für Produktdarstellungen, Cross-Channel-Advertisment oder Social-Media-Sales.

Doch hinter den ganzen „Buzz-Words“ steckt die simple Wahrheit: die einfache Zeit des Onlinehandels ist längst vorbei. Es geht vielmehr, und hier kommen die Gleichnisse zu Corporate Webseiten, um die Verbesserung von Inhalten, des Nutzererlebnisses und die möglichst weitreichender Multiplikation der eigenen Message. Ein wichtiger Punkt für eine Einschätzung der Ergebnisse der dafür unternommenen Maßnahmen sind Kenngrößen. Diese Kenngrößen werden projektbezogen festgelegt und stellen eine gewisse Absicherung dar, um das jeweilige Marketingprojekt auch positiv zu entwickeln.

Interessante Kenngröße: der Sichtbarkeitsindex

Gern und häufig herangezogen wird dabei die Sichtbarkeit einer Webseite bzw. eines Onlineshops. Oft fehlt dabei aber schon das grundlegende Verständnis, was dieser Index aussagt. Die beiden bekanntesten Softwarelösungen für die Ermittlung von (potentiellen) Sichtbarkeiten von Webseiten sind wohl Sistrix und Searchmetrics.

Sistrix hat den Sichtbarkeitsindex in die Toolbox integriert und liefert diesen Wert quasi als Intro für die jeweiligen Accounts aus. Definiert wird der Index dann als Kennzahl zur Auffindbarkeit auf den Google-Ergebnisseiten (SERPs).

sistrix-sichtbarkeitsindex-definition

Die Logik dahinter: „Je höher der Wert ist, umso mehr Besucher gewinnt die Domain erwartungsgemäß über Google.“ Klingt doch danach, als ob es eine Verbindung zwischen Sichtbarkeitsindex und Traffic der Seite gäbe.

Searchmetrics ist nicht ganz so plakativ und versucht es deutlich „verschwurbelter“. Der hauseigene „SEO Visibility Index“ ist eine aus mehreren Faktoren zusammengesetzten Kennzahl, die dadurch die Sichtbarkeit der Webseite bei den Suchmaschinen darstellen will.

sm-sichtbarkeitsindex-definition

Der Spagat liegt hier in der weiteren Definition: „… von Searchmetrics entwickelt worden, um die Online-Performance von Webseiten anhand eines einzelnen, und dennoch universellen Index messbar – und zudem mehrere Domains anhand einer fundierten Kennzahl miteinander vergleichbar zu machen“ Also sollen hier allgemein vergleichbare Werte geschaffen werden, die trotzdem individuelle Aussagen zulassen.

Was bei beiden Anbietern mitschwingt, ist eine logische Verbindung aus einer hohen Sichtbarkeit und einem entsprechenden Traffic. In den vergangenen Jahren sind wir jedoch genau hier darauf gestoßen, dass der Index (egal von wem) nur scheinbar Traffic-begründend ist. Sehr oft sind Fokussierungen von Seiten auf bestimmte Zielgruppen bzw. Produkte oder Marktnischen für die „allgemeine Sichtbarkeit“ Gift. Die allgemeine Kurve geht hier dann deutlich nach unten, obwohl die Seite für die eigentlichen Ziele hervorragend performt. Dies kann sogar der Fall sein, wenn die Indexkurve individualisiert für die entsprechenden Keywordsets der Kunden runtergebrochen wird.

Es wird Zeit für sinnhafte SEO-Kenngrößen!

Interessanterweise haben wir genau das auch auf der Internetworld 2019 in München gehört. Thomas Kaiser von cyberpromote sprach in seinem Vortrag genau dieses Dilemma an. In seinem Beispiel ging die Sichtbarkeit nach einem zwischenzeitlichen Hoch von mehr als 600 Prozent Plus auf das Ausgangsniveau zurück. Würde der Sichtbarkeitsindex nun für den Erfolg des Projektes herangezogen, müsste die Zusammenarbeit mit der verantwortlichen Agentur umgehend eingestellt werden.

Doch ähnlich wie bei uns sind die harten Zahlen auch im Beispiel von Thomas Kaiser gestiegen. Der Besucherstrom hat sich, unabhängig von der Sichtbarkeitskurve, kontinuierlich nach oben entwickelt, gleiches gilt für die Interaktionszahlen und Conversions. Aus unserer Sicht heißt das schlicht, dass spezifische Größen in Marketingprojekten verankert werden müssen. Eine Zehn-Leute-Agentur, wie die unsere, kann dabei natürlich nicht alle Kenngrößen berücksichtigen und aufschlüsseln. Deswegen versuchen wir, in unseren Projekten die relevanten Kennzahlen auszumessen und zu verbessern.

Lautet das Projektziel schlicht „mehr Besucher“, dann zählt die Analytics-Erhebung des Besucherstroms. Probleme gibt es aber auch hier, denn seit der DSGVO-Richtlinie dürften, wenn es der Webseitenbetreiber wirklich ernstnimmt mit der Datensicherheit, nur noch die Besucher erfasst werden, die auf den Zustimmungsbutton zur Datenverarbeitung gedrückt haben. Da diese Zahl nicht so einfach verifizierbar ist, entsteht eine neue Unbekannte.

Jedoch eignen sich auch viele andere Kenngrößen für die Erfolgsmessung. Die Verweildauer oder Abbruchraten, die Seitenaufrufe bestimmter Zielseiten oder die Interaktionsquote haben interessante Aussagekraft für die jeweiligen Projekte. Entscheidend für uns und unsere Kunden ist, dass wir Ihnen aufzeigen können, dass durch Anpassungen in Frontend, Backend und Inhalt eine positive Message online erzeugt wird. Die Google-Sichtbarkeit in einem Index gilt für uns eher als eine Art Richtlinie, die eine gewisse Vorhersehbarkeit in Richtung Zukunft zulässt – nicht mehr!

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