SEO Texte sind langweilig!

Veröffentlicht am 22 Juni 2016 um 15:40

Gibt man in die Google Suche „texte seo optimieren“ ein, so erhält man eine schier unzählige Anzahl an Treffern. Manche mehr, manche weniger aktuell.

Google Suchanfrage "texte seo optimieren

 

Klickt man sich hier ein wenig durch, liest man auffällig häufig dieselben Tipps. Gerne treten diese auch in Verbindung mit dem Wörtchen „muss“ auf.

 

Ein SEO optimierter Text muss also:

  • Über den einzigartigsten Content überhaupt verfügen
  • Lang genug sein
  • Kurz genug sein
  • Die passende Keyworddichte aufweisen
  • Gut strukturiert sein
  • DIE aussagekräftige Überschrift schlechthin haben, mit Call-to-Action usw.
  • Den absoluten Mehrwert bieten
  • Spannende Bilder eingefügt haben

Und das alles sollte natürlich im sichtbaren Bereich liegen.

Dem ein oder anderen mag vielleicht aufgefallen sein, dass diese Tipps sich manchmal widersprechen – hier muss man sich einfach anpassen, je nachdem was beim letzten Google Algorithmus-Update rauskam.

Zugegeben, die meisten dieser Tipps haben durchaus ihre Daseinsberechtigung, da sie wirklich sinnvoll sind. Leider aber vergessen viele SEO Texter, dass hinter der Suchmaschine noch ein Mensch sitzt, der die Suchanfrage eingibt.

 

Was denn nun? Mensch oder Suchmaschine?

Wir alle kennen diesen einen Kunden, der seine kleine Webseite mit 2 Unterseiten und Kontaktformular bei Google gaaaaanz nach oben bringen will, am besten noch für solche Keywörter wie „urlaub“ oder „kochen“. Das alles darf natürlich nichts kosten. Dieser eine Kunde hat erfahrungsgemäß auch kein Problem damit, seinen Text mit einem Keyword nach dem anderen zuzupflastern – so lange es Erfolg verspricht. Dass dies nicht funktionieren kann, wissen wir alle. An dieser Stelle könnten eigentlich Agenturen bzw. professionelle Texter einspringen. Doch auch hier finden sich bedauerlicherweise immer wieder schwarze Schafe, die davon überzeugt sind, dass es genauso abläuft – nämlich einen Text für die Suchmaschine zu erstellen und nicht für den Menschen dahinter.

Ein praktisches Tool zum Schreiben eines SEO-Textes ist die WDF*IDF Analyse. Für alle, die nicht wissen, was das ist: Mit dieser Formel lässt sich bestimmen, in welchem Verhältnis bestimmte Wörter innerhalb eines Textdokuments bzw. einer Webseite im Verhältnis zu anderen möglichen Dokumenten bzw. Webseiten gewichtet werden. Man gleicht seinen Text also mit den z.B. 20 ersten Treffern der Google-Suche ab. Hieraus ergeben sich Orientierungswerte zur Keyworddichte, Textlänge, Anzahl der Headings etc.

WDF*IDF Auswertung mit Searchmetrics

 

Allerdings ist damit noch lange nicht gegeben, dass ein derart erstellter Text nicht nur von der Suchmaschine gemocht wird, sondern auch für den Leser ansprechend und interessant ist. Man sollte sich fragen, ob der User wirklich einen Text lesen will, der mehr als 1500 Wörter enthält, wenn sich die Kernaussage auch in 300 Wörter verpacken lässt. Es ist also durchaus zu überlegen, ob man einen Text durch viel „Drumherumreden“ künstlich verlängert und somit Gefahr läuft, den User schlichtweg zu langweilen. Ein gelangweilter User wird erfahrungsgemäß relativ schnell von der Seite wieder abspringen – ein klarer Negativindikator für die Suchmaschine.

Kommen wir zum nächsten Problem: Häufig wird an dieser Stelle an der Suchintention des Users vorbei optimiert. Damit dies nicht geschieht, muss der Texter sich zwangsläufig auch mit der Metabeschreibung und dem Metatitel der entsprechenden Seite befassen. Denn wenn auch die Metadaten das Ranking nicht mehr direkt beeinflussen, so stellen Sie letztendlich doch eine Art Werbeanzeige für euren Text dar.

Optimierte Metadaten in der Search Engine Result Page.

Wenn nun in den Metadaten etwas Anderes suggeriert wird, als sich anschließend auf der Webseite findet, wird der User diese schnell wieder verlassen. Sind die Metadaten jedoch auf den Inhalten der Webseite abgestimmt und der Suchende klickt nun das Suchergebnis an, so hat man im besten Fall einen User, der genau das findet, wonach er gesucht hat.

 

Die Erfolgsformel

Das Searchenginejounal hat hierzu folgende Formel aufgestellt:

Suchabsicht verstanden + Suchtreffer bereitgestellt = Erfolg

Ok, diese Formel gibt es schon etwas länger und schließlich macht genau das eine ordentliche SEO aus, aber wir von NeoDesign haben manchmal den Eindruck, dass das auch im Jahr 2016 noch immer nicht bei jedem „SEO-Experten“ angekommen ist.

 

Unsere Tipps für leserfreundliche Texte

Letztendlich ergeben sich ein paar einfache Grundregeln um einen leserfreundlichen Text zu gestalten – denn ein glücklicher User sorgt unterm Strich auch für eine glückliche Suchmaschine:

  • Achtet auf korrekte Grammatik und Zeichensetzung
  • Schreibt verständlich und  dem Niveau eurer Zielgruppe angepasst (Fashionbegeisterte Teenies sind eher weniger an einem Text, der mit einer Doktorarbeit vergleichbar ist, interessiert)
  • Erstellt eine ansprechende Überschrift
  • Gestaltet den Text übersichtlich und strukturiert
  • Baut ein paar nette Bilder ein, um das Ganze etwas aufzulockern
  • Bauscht euren Text nicht künstlich auf. Verfasst nur dann einen langen Text, wenn er wirklich aussagekräftig ist.
  • Keywords? Klar, immer her damit – aber bitte übertreibt es nicht. Der positive Lesefluss darf nicht gestört werden. Kleiner Tipp: Google ist mittlerweile auch recht gut in der Semantik.
  • Baut Links ein, wenn es sich anbietet und der User auch wirklich einen Nutzen davon hat.
  • Vergesst die Metadaten, Linktitel und Bildtitel nicht – versprecht jedoch nichts, was am Ende nicht eingehalten wird.
  • Und zu guter Letzt: Finger weg von Duplicate Content, das wird von Google schnell abgestraft. Bringt eure eigenen Ideen mit ein, das mag auch der User!

 

 

Glücklicherweise setzt sich immer mehr der Gedanke durch, dass Texte nicht für die Suchmaschine geschrieben werden sollten, sondern doch bitte für den Menschen, der schlussendlich die Suchanfrage stellt. Und glücklicherweise finden sich Beiträge, die sich genau damit befassen, in der Googlesuche immer weiter oben!

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