Allein eine gute Recherche reicht nicht aus, um den von Informationen überfluteten Leser zu befriedigen. Die Fakten sollten selbstverständlich immer stimmen. Doch ein wirklich guter Inhalt muss zusätzlich noch weitere Aufgaben erfüllen. Nur derart herausragende Texte erzeugen Emotionen, werden geteilt und tragen dann maßgeblich zum Online-Erfolg einer Webseite bei.

 

Fake-News und Quasi-Informationen gehören zu den neuen Schlagwörtern, die das Social Web dominieren. Nur was bedeutet diese Begriffe?

Allgemein gesprochen stehen sie für die allgegenwärtige Überfrachtung mit Informationen. Der Nutzer, egal ob er Zeitung, Funk & Fernsehen oder Internet liest, muss sich aus einer schier unendlichen Menge von Daten die wichtigen Geschehnisse, Entwicklungen und Schlussfolgerungen herausarbeiten und -filtern. Mit exakt dieser Datafizierung geht einher, dass es weniger um die Information beim Rezipienten sondern um die Informationsabgabe beim Schreiber geht. Es wird so viel und so umfangreich geschrieben, dass der Nutzer gerne aus den Augen verloren wird. Deswegen scheitern auch viele Webseiten an der Sichtbarkeitsschwelle beim Suchmaschinenriesen Google – denn dort geht es, wen wundert es, vorwiegend um Qualität statt Quantität des Content. Nutzerorientierung ist das Schlagwort.

Wie machen Sie es richtig? Ein Praxisbeispiel:

Anhand obiger Aufgaben wird schnell klar, dass auch die Erwartungshaltung des lesenden Nutzers sich schnell nach oben korrigiert (hat).

Guter Content wird belohnt, moderater Content wird schlichtweg überhaupt nicht mehr empfangen.

Ein riesiges Problem von Redakteuren ist:

 

56 % haben keine Möglichkeit, den Erfolg ihres online Content zu messen.

 

Es mag kurios klingen, doch ein SEO bei Bosch Siemens kämpft für Content wie »Waschmaschine stinkt nach faulen Eiern«. Um argumentieren zu können, wie erfolgreich ein Text ist, werden valide Zahlen benötigt. Die permanente Ausrichtung der Content-Strategie an diesen Kenngrößen ist immanent für erfolgreiches Onlinemarketing.

Grausamer Fakt: 145 Milliarden Euro werden weltweit jährlich in Produktion und das Marketing von digitalen Inhalten investiert und 80 % davon bleiben unsichtbar.

145 Milliarden Euro für Produktion von digitalem Content

Quelle: Searchmetrics GmbH.

Sitzabstand in Flugzeugen:

Ein nicht ganz ideal aufbereiteter Text ist uns nach dem Rückflug von der Searchmetrics Summit am 16.02.2017 von Berlin nach München aufgefallen. Wir recherchierten den Sitzabstand in Flugzeugen. Der Abstand zwischen zwei Sitzreihen kann zwischen unterschiedlichen Airlines abweichen.

Ein großer Sitzabstand bedeutet viel Platz und Beinfreiheit für den Passagier und ist somit ein Kennzeichen für Komfort. Logischerweise bringt ein großer Sitzabstand in der Folge weniger Sitzreihen in einem baugleichen Flugzeug unter, was die maximale Platzanzahl reduziert. Die Menge an potentiell zu transportierenden Fluggästen sinkt und der Einzel-Transportpreis steigt. Somit sind Tickets in Flugzeugen mit großem Sitzabstand womöglich teurer, um die fehlenden Sitze auszugleichen.

Schwäche des geprüften Textes:

Im Travelbook kann der genannte Beitrag live geprüft werden. Die Ausrichtung und insbesondere die ergänzenden Informationen bieten einen Mehrwert und regen den Leser zum Recherchieren an. Prima.

Wir stören uns lediglich an der Aufbereitung der Daten. Hier kommen wir zum Titel dieses Beitrags:

Gut recherchiert ist nicht gut!

Die Provokation ist gewollt, doch der Kern für diesen Beitrag meint eigentlich: „Nur gut recherchiert alleine bedeutet noch nicht, dass der Text gut ist.“ Als Beispiel soll die zentrale Information des geprüften Beitrags dienen: Die Sitzabstände. Diese sind faktisch korrekt recherchiert, doch der Konsum der Information fällt schwer, wie nachfolgende Grafiken zeigen.

lieblose Auflistung

einfallslose Datenmasse

Man hat in dieser Form der Auflistung keine optische Orientierungslinie, z.B. eine gedachte Senkrechte immer vor der Zahl, sodass alle Zahlen in einer Reihe untereinander stehen. Vielmehr beginnt man ganz automatisch, die Daten nicht mehr zu lesen, sondern das Auge wandern zu lassen. Das Auge sucht ein Muster, welches es hier nicht erkennen kann. Dies frustriert unterbewusst.

Zumeist versuchen die Betrachter dieser Auflistungen, die entweder kleinsten oder größten Werte herauszufinden. Das ist in dem Fall eine „informationale Nutzerintention“, denn der Nutzer möchte einen Informationszugewinn erfahren. Die Information wäre zum Beispiel: „Aha, bei Inlandsflügen hat Easyjet den absolut geringsten Sitzabstand.“ Sobald die Information vorliegt, kann eine Entscheidung getroffen werden, z.B. „ich möchte, wenn möglich, nicht mit Easyjet fliegen“.

 

Diese Information könnte jedoch viel bequemer beim Rezipienten ankommen. In Form einer leichter verdaulichen Kost sozusagen. Unser Vorschlag wäre daher:

 

Schaffe Übersicht!

In der Aufzählung kann sich das menschliche Auge nicht orientieren. Es muss also aktiv suchen und das stört den Lesefluss massiv. Die Informationen statt als nackten Zahlenfriedhof graphisch aufzubereiten wäre ein enormer Gewinn für den Rezipienten.

Werden die Sitzabstände und deren Korridore (von … bis … cm) nämlich stattdessen als Balken angezeigt, so kann man auf einen Blick in Sekundenbruchteilen erkennen, welche Airline den größten Sitzabstand bietet. Ob ich diesen benötige ist erst einmal zweitrangig, doch der Leser hat seine erste informationale Suchintention sehr schnell und bequem auflösen und befriedigen können.

 

Schaffe Mehrwert!

Die Fakten sind korrekt, jedoch bietet die Liste neben den Fakten keinen Mehrwert. Ein Mehrwert könnte sein: Sitzplatz-Empfehlung.

Sie sind ein Mensch mit einer Körpergröße über 1,80 m? Dann sollten Sie für eine komfortable Reise ohne Einbußen (Füße schlafen ein, o.Ä.) einen Sitzabstand von wenigstens 85 cm in der Kurzstrecke bzw. 88 cm für die Langstrecke wählen. Diese Information könnte mittels einer Trendlinie in der Grafik für verschiedene Körpergrößen eingearbeitet sein.

Wir planen Content Strategien!

Wenn Sie Unterstützung bei einer solchen Aufbereitung oder einer Content Strategie im Allgemeinen wünschen, so stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Auf der Online Marketing Experten Tagung Searchmetrics Summit 2017 haben wir uns umgehend in der Branche ausgetauscht.

Bitte kontaktieren Sie uns und geben uns einen kleinen Ausblick darauf, für welches innovative Onlinemarketing-Konzept Sie Unterstützung wünschen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.