„Englische Webseite – Do’s & Dont’s“

Veröffentlicht am 20 Dezember 2017 um 13:37
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„Playstation, Apple, Smartphone, E-Mail” – Ob der Name einer Marke, eines Produkts oder eine Redewendung, Englisch ist die Sprache, die unseren Alltag zunehmend bestimmt. Nicht umsonst wimmeln Marketing- und Management-Deutsch vor englischen Begrifflichkeiten, denn zum einen klingt es schick und modern, zum anderen versteht nicht jeder, was gemeint ist. Englisch gilt aber nicht nur als stylistisches Mittel, um die eigentlich so reiche deutsche Sprache knackig zu verknappen, vielmehr verbindet die Weltsprache das Multi-Kulti-Gefüge unserer Gesellschaft.

Englisch als Weltsprache – aber nicht „am meisten gesprochen“

Obwohl die Anzahl der Muttersprachler von Mandarin-Chinesisch die der English-Sprechenden weit übersteigt, und auch das Spanische oder Indische deutlich öfter weltweit gesprochen wird, ist Englisch das Maß der Dinge. Dies liegt vor allem daran, dass in Technologie und Wissenschaft Englisch die normale Sprache ist, egal ob mündlich oder schriftlich. Und mal ernsthaft: Wie viele Branchen gibt es, in denen Englisch komplett ignoriert wird (abgesehen von französischen Haute-Cuisine-Restaurants)?

Wenn Englisch aber der weltweite Kommunikationsmotor ist, warum sollte dann Ihre Webseite nicht in dieser Sprache aufrufbar sein? Naturgemäß wird der größte Teil Ihrer Online-Besucher deutsch sprechen und lesen – jedoch verzichten Sie auf ein großes Publikum, wenn es hierbei bliebe. Wenn ein überwiegender Teil der Bevölkerung Englisch zumindest versteht, möglicherweise sonst aber Türkisch, Suaheli oder Russisch spricht, wären viele Kundenkontakt nicht realisierbar! Also Mut zur Internationalität!

Englische Version – gern, aber wie?

Zuerst einmal die Grundfeststellung: Eine Webseite ist nicht gleich eine englische Webseite, nur weil die Inhalte durch den Google Translate gejagt worden sind. So nett dieses Tool von Google auch ist, die Limitierungen, die auftreten, lassen jeden nur einigermaßen sprachkundigen Leser an der Professionalität des Autors zweifeln. Qualität vor Bequemlichkeit!

Qualität wiederum ist (zumeist) das Ergebnis einer hinreichenden strategischen Planung. Dabei lassen sich die Abschnitte relativ großräumig zusammenfassen:

  1. Planung der inhaltlichen Ausrichtung der englischen Texte (Zielgruppenanalyse)
  2. Keyword-Recherche (Produkt- und Leistungsbezogenheit)
  3. Gegliederter Aufbau (möglichst mit Summary am Anfang)
  4. Universell wichtig: Grafiken, Animationen und Bilder für schnellere Inhaltserfassung

Warum sind dann wirklich gute englischsprachige Seiten so selten. Ein Grund ist mit Sicherheit die Intention der Autoren. Schon bei vielen deutschen Texten wird nicht auf den Mehrwert auf Seiten des Rezipienten abgestellt, sondern auf institutionelle und nominale Interessen – das Unternehmen will ja Marke und Verkauf mit der Onlinepräsenz ankurbeln.

First impression counts – der erste Eindruck zählt!

Und genau da liegt der Fehler in der strategischen Denkweise – erst wenn der Text, genauso wie die Artikel und Leistungen des Unternehmens, als das Produkt der Firma verstanden wird, kann der Qualitätsgedanke wirklich durchgreifen. Ein Leser merkt sofort, wenn ein Text lieblos „zusammengetackert“ und durch eine Software übersetzt wurde. Es fehlen dann einfach die Nuancen und Zwischentöne, die für die Stimmung und der Ton des Textinhaltes notwendig wären.

Ist das Kind erstmal in den Brunnen gefallen, wird es beinahe unmöglich, Vertrauen aufzubauen. Die einfache Regel der ersten und letzten Chance gilt bei fremdsprachigen Text quasi doppelt. Denn zum einen muss eine gute Sprachqualität erreicht werden, zum anderem gilt es, die notwendige Förmlichkeit zu statuieren. Je flapsiger der englische Text, desto geringer die Glaubwürdigkeit.

Zwischenfrage: Inhalte auf Englisch als Download bereitstellen – ist das sinnvoll?

Häufiger gehört haben wir in unserem Agenturalltag schon die Frage, ob eine Download-Option für englische Texte sinnvoll wäre? Wir raten ab. Zum einen gelten für Pdf-Download-Texte dieselben Qualitätskriterien wie für Online-Texte. Zum anderen zeugt es von einer gewissen Degradierung der potentiellen Zielgruppe, wenn deren präferierte Sprache „nur“ als Download nicht aber als interaktiver Webbestandteil vorliegt. Die Pdf-Variante lässt auf eine „I couldn’t care less about my international audience“-Attitude des Verfassers schließen. Es wäre an dieser Stelle besser, komplett auf eine Übersetzung zu verzichten. Das verhindert Peinlichkeiten!

Was ist nun der Königsweg?

Nun aber Tacheles: Vernünftige, von Muttersprachlern geschriebene Texte sind das Salz in der Suppe. Investieren Sie in gute Übersetzungen. Ohne Investment stehen Sie entweder ohne oder nur mit einer dilettantischen Version da. Unsere Projekte zeigen aber, dass mit ein wenig integrativer Planung einiges an Investment zu sparen ist. Eine englische Seite muss keine 1:1-Übersetzung der deutschen Seite sein. Planen Sie genau, welche Punkte und Inhalte Ihre Leistungen am besten beschreiben und konzentrieren Sie sich auf diese Bereiche.

Im Fokus steht also zu allererst die eigene Marketing-Information – und die ist ja sprachunabhängig. Ausgelegt auf Englisch würden nun eine Keyword-Suche folgen. Diese Schlüsselwörter können im Englischen durchaus komplett anders sein, als im Deutschen. Grund dafür sind die verschiedenen Intentionen, die nicht nur interessens- sondern auch herkunftsbezogen different sind. Reicht bei deutschen Nutzern eine Kurzinformation über eine DIN-getreue Ausführung, muss bei einem englischsprachigen Text der Inhalt der entsprechenden Norm umfassender geklärt werden, denn Deutsche vertrauen Normen deutlich stärker als beispielsweise Australier oder Engländer.

Die reine Formulierung sollte dann in Stichpunkten und Intentionen zusammengefasst an Muttersprachler übergeben werden – denn eine Übersetzung in eine Fremdsprache stößt immer auf immense Schwierigkeiten in den vielfach geschichteten Bedeutungen von Wörtern und Wortgruppen. Die Kosten einer professionellen Übersetzung schrecken auf den ersten Blick – rentieren sich aber meist sehr schnell. Die angesetzten Standards zeigen dem Leser hier deutlich, welchen Anspruch Sie selbst an Ihre Leistung haben. Und kaum etwas wird einen Besucher mehr beeindrucken und schneller Vertrauen aufbauen als diese Anspruchshaltung.